Siebtklässler sammeln 3.400 Euro für krebskranke Kinder

EKKI als Schulprojekt der Klasse 7.1 -2025/2026

der Maximilian-Kolbe- Schule, Neunkirchen Wiebelskirchen

Klassenlehrerin Christina Gross

23 Schülerinnen und Schüler

Besuch am 24. Juni 2026 im Haus des Kindes und der Jugend in Homburg

Aus einer kleinen Visitenkarte wurde ein großes Herzensprojekt –

Siebtklässler sammeln 3.400 Euro für krebskranke Kinder

 

Manchmal braucht es nur einen kleinen Zufall, um Großes in Bewegung zu setzen.

Im Juli 2025 landete die Visitenkarte von Michael Schneider, dem 1. Vorsitzenden

der Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e. V. (EKKI), in den Händen der

Klassenlehrerin Christina Groß. Sie war – wie jedes Jahr – auf der Suche nach

einem sozialen Projekt, mit dem ihre damalige 6. Klasse der Maximilian-Kolbe-

Schule Verantwortung übernehmen und anderen Menschen helfen konnte. Dass aus

dieser zufälligen Begegnung eine Geschichte voller Mitgefühl, Zusammenhalt und

beeindruckenden Engagements entstehen würde, konnte damals niemand ahnen.

Nur zwei Tage später traf sich Frau Groß mit den beiden Elternsprecherinnen ihrer

Klasse und stellte ihnen die Arbeit der Elterninitiative vor. Die Begeisterung war

sofort spürbar. Noch während der Sommerferien, als viele Familien im Urlaub waren,

organisierten die drei Frauen innerhalb weniger Tage einen Stand auf dem

Hangarder Dorffest. Schülerinnen und Schüler, Eltern, Familie und Freunde packten

mit an – und schon die erste Aktion zeigte, was möglich ist, wenn viele Herzen für

dieselbe Sache schlagen.

Am ersten Schultag erhielten die Kinder durch eine Präsentation, die Michael

Schneider und sein Team vorbereitet hatten, einen Einblick in das Leben von

Familien, deren Alltag durch die Diagnose Krebs plötzlich aus den Fugen gerät. Die

Geschichten berührten die Klasse tief. Doch statt betroffen zuzusehen, stellten sich

die Kinder eine entscheidende Frage: „Wie können wir helfen?“

Die Antwort fanden sie selbst.

Nach einer weiteren erfolgreichen Aktion beim Neunkircher Kinderfest fragten die

Schülerinnen und Schüler bereits während des Abbaus: „Was machen wir als

Nächstes?“ In diesem Moment entstand die Idee, aus einzelnen Aktionen ein ganzes

Schulprojekt zu machen. Nicht für einen Tag. Nicht für ein Wochenende. Sondern für

ein ganzes Schuljahr.

Nachmittage wurden geopfert, Plakate gestaltet, Dekorationen gebastelt,

Verkaufsstände vorbereitet und Ideen gesammelt. Besonders Rocco T. investierte

unzählige Stunden in die Erstellung einer Präsentation, mit der das Projekt anderen

Menschen vorgestellt werden konnte. Jeder brachte sich mit seinen Fähigkeiten ein –

und genau darin lag die besondere Stärke dieser Klasse.

Auch die Eltern waren von Anfang an mit ganzem Herzen dabei. Während eine

Veranstaltung noch lief, planten die beiden Elternsprecherinnen bereits den nächsten

Einsatz. Sie waren jederzeit ansprechbar, organisierten, motivierten und

unterstützten, wo immer Hilfe gebraucht wurde. Ohne ihren außergewöhnlichen

Einsatz wäre dieses Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen.

Es folgten zahlreiche Aktionen: das Neunkircher Kinderfest, der Tag der offenen Tür

der Maximilian-Kolbe-Schule, der Hangarder Weihnachtsmarkt, ein Kuchenverkauf in

der Schule und schließlich erneut das Kinderfest in Neunkirchen. Trotz

Klassenarbeiten, Hausaufgaben und Freizeitstress waren die Schülerinnen und

Schüler immer da. Nicht, weil sie mussten – sondern weil sie wollten.

Mit jeder Aktion wuchs nicht nur die Spendensumme, sondern auch der Ehrgeiz der

Klasse. Irgendwann stand das große Ziel fest: Die 3.000-Euro-Marke sollte

geknackt werden.

Als dieses Ziel zunächst knapp verfehlt wurde, geschah etwas, das die Klasse tief

bewegte. Der Vater einer Schülerin spendete gemeinsam mit seiner Männerrunde,

die eigentlich monatlich Geld für gemeinsame Abende zurücklegt, den

entscheidenden Betrag. Eine Geste, die zeigte, wie sehr das Engagement der Kinder

auch andere Menschen berührt hatte.

Am Ende des Schuljahres 2025/2026 konnten die Schülerinnen und Schüler voller

Stolz eine Spendensumme von 3.400 Euro an die Elterninitiative krebskranker

Kinder im Saarland e. V. übergeben.

Doch Geld allein war an diesem Tag nicht das Wichtigste.

Bei der Spendenübergabe am 24. Juni wurden die Kinder herzlich mit einem Buffet

empfangen und durften die Räume der Elterninitiative kennenlernen. Sie blickten

hinter Türen, die sonst vielen verborgen bleiben, und begegneten Familien, deren

Alltag von Sorgen, Hoffnung und dem Kampf gegen eine schwere Krankheit geprägt

ist.

Was die Verantwortlichen der Elterninitiative besonders bewegte: Einige

Schülerinnen und Schüler gingen ganz selbstverständlich auf betroffene Eltern zu,

kamen mit ihnen ins Gespräch und hörten aufmerksam zu. Es waren Begegnungen,

die beide Seiten nicht vergessen werden.

Michael Schneider bedankte sich sichtlich gerührt für die außergewöhnliche Spende

und machte den Vorschlag, einen Teil des Geldes für eine Patenschaft über ein

Zimmer der Einrichtung einzusetzen. Der verbleibende Betrag soll dem Projekt

„Kinder Freude machen“ zugutekommen. Ohne zu zögern stimmte die gesamte

Klasse zu.

Während der anschließenden Führung durften sich die Schülerinnen und Schüler

überlegen, für welchen Raum sie die Patenschaft vom 1. Juni 2026 bis zum 30. Juni

2027 übernehmen möchten. Mit großer Mehrheit fiel die Wahl auf das Kinderzimmer

– einen Ort, an dem junge Patienten trotz ihrer schweren Krankheit Momente des

Spielens, Lachens und der Unbeschwertheit erleben können.

Noch beeindruckender als die Spendensumme waren jedoch die Erfahrungen, die

die Kinder selbst mit nach Hause nahmen.

„Das Thema wird oft vergessen oder vielen ist es gar nicht bewusst“, erzählt Rocco.

„Für uns war wichtig, nicht nur zu erfahren, was die Elterninitiative macht, sondern

vor allem zu überlegen, wie wir helfen können. An unseren Ständen habe ich nicht

nur Waffeln verkauft, sondern auch viele Menschen auf das Projekt aufmerksam

gemacht und Flyer verteilt.“

Emma berichtet sehr persönlich: „Während unseres Projekts wurde das Thema

Krebs plötzlich auch in meiner eigenen Familie aktuell. Ich konnte ganz anders

darüber sprechen. Meine Mitschüler haben mich aufgefangen, wenn es mir nicht gut

ging. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt ist.“

Auch Neo ist überzeugt: „Mich hat beeindruckt, wie wir als Klasse

zusammengewachsen sind. Aber genauso schön war es zu sehen, wie unsere Eltern

uns unterstützt haben. Nur gemeinsam konnten wir all diese Aktionen stemmen.“

Genau darin liegt vielleicht der größte Erfolg dieses außergewöhnlichen

Schulprojekts. Aus einer Klasse wurde eine Gemeinschaft. Einzelgänger gab es

irgendwann nicht mehr. Jeder achtete auf den anderen. Jeder brachte sich ein. Jeder

wurde gebraucht. Die Schülerinnen und Schüler lernten, Verantwortung zu

übernehmen, füreinander einzustehen und Menschen zu helfen, die sie vorher gar

nicht kannten Auch Frau Groß blickt stolz auf das vergangene Schuljahr zurück. Sie

erlebte, wie ihre Klasse an dieser Aufgabe wuchs – menschlich ebenso wie sozial.

„Der gemeinsame Einsatz macht’s“, bringt sie das Erlebte auf den Punkt.

Dass dieses Projekt Spuren hinterlassen hat, zeigt auch der Wunsch vieler

Schülerinnen und Schüler, eine EKKI-AG zu gründen, um die Elterninitiative

weiterhin zu unterstützen und vielleicht erneut eine Zimmerpatenschaft zu

übernehmen.

Als Michael Schneider schließlich erzählte, dass eine Schule im Raum Saarlouis ein

ähnliches Projekt starten möchte und dabei sogar das Bildungsministerium

eingebunden werden soll, zögerten Frau Groß sowie Rocco, Emma und Neo keine

Sekunde. Sofort erklärten sie sich bereit, ihre Erfahrungen weiterzugeben und

andere Schulen zu inspirieren.

Was mit einer kleinen Visitenkarte begann, wurde innerhalb eines Jahres zu einer

Geschichte, die weit mehr erzählt als von 3.400 Euro Spendengeld. Es ist die

Geschichte einer Klasse, die gelernt hat, dass Mitgefühl keine Frage des Alters ist.

Dass jeder etwas bewegen kann. Und dass die größten Veränderungen oft dort

beginnen, wo Menschen den Mut haben, einfach anzufangen.

Kontaktdaten:

Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V.

Cappelallee 24, 66424 Homburg, Tel: 06841 / 978 2060;

Mail: info-kinderkrebshilfe-saar.de; www.kinderkrebshilfe-saar.de

Zu Informationen der Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V. selbst

oder zu den im Bericht erwähnten Patenschaften im „Haus des Kindes und der Jugend“

Herr Michael Schneider; Tel. 06821 / 952284 oder Mail: ms-neunkirchen@t-online.de

Zu dem Schulprojekt selbst – gerne auch für Nachahmer –

Frau Christina Gross, mobil: 0157 5330 3037 oder Mail: c.gross200816@web.de

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